Minderheitenfetischismus und die Zersplitterung unserer Gesellschaft

Während die Zersplitterung unserer Gesellschaft voranschreitet, werden die Rufe nach Rechten und Vorteilen von allen möglichen Minderheiten immer lauter. Zur Mehrheitsgesellschaft zu gehören gilt als langweilig, wer einzigartig sein möchte, verfällt dem Minderheitenfetischismus. Von Alexander Kirton

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Im Anbetracht der gesellschaftlichen Entwicklung vernehme ich einen, über die letzten Jahre entstandenen, Minderheitenfetischismus. Dieser äußert sich nicht nur in der Bevorzugung des Fremden gegenüber dem Eigenen (Xenophilie), sondern in dem Drang, sich selbst einer Minderheit zuzuordnen.

Einer bestimmten Ethnie anzugehören, ist keine Frage der Entscheidung, noch ist es möglich, die ethnische Zugehörigkeit willkürlich zu wechseln. Auch kann man sich das naturgegebene Geschlecht nicht aussuchen, schließlich ist dieses von der Art der vererbten Chromosomen und nicht von der Tageslaune des menschlichen Individuums abhängig.

Diesen biologischen Fakt zu überwinden, haben sich nun Angehörige der wahnwitzigen Gender-Ideologie vorgenommen. Im Rahmen des pervertierten Individualismus und dem damit verbundenen Streben nach Einzigartigkeit, entstand an diversen Universitäten der westlichen Welt eine regelrechte Massenhysterie um das Thema des eigenen Geschlechtes.


Warum eigentlich?

Nun, es scheint mir ein Luxus der westlichen Welt zu sein, sich einer Minderheit anzuschließen. Während in anderen Ländern Minderheiten verfolgt werden, müssen diese in Ländern wie Deutschland oder den USA eine solche Verfolgung nicht befürchten. Rechtlich verfolgt werden hier eher Kritiker des Minderheitenwahnes unter dem Paragraph 135 StGB (Volksverhetzung).

Das Bequeme am Innehaben des Minderheitenstatus ist die Möglichkeit, jegliche Kritik an der eigenen Person auf den eigenen Status zu projizieren - ,,nur weil ich schwarz bin", ,,nur weil ich transgender bin", ,,nur weil ich dieser oder jener Religion angehöre". Zweifelsohne ist diese Umkehr der Tatsachen reines Kalkül, im Endeffekt auch ziemlich auffällig und doch ist es wirksam.

Weswegen dies so ist, lässt sich auf die modernen Schuldneurosen der Weißen zurückführen (white guilt). Es ist die panische Angst vor dem Stigma der Intoleranz, die kontinuierliche Selbstzensur und die kulturelle Selbstgeißelung, welche selbstdeklarierten Minderheiten direkt in die Hände spielen.

Um sich heutzutage Gehör zu verschaffen, reicht es nicht mehr aus, sich ausdrücklich gegen die Verbrechen vergangener Regime zu positionieren. Um sich heutzutage Gehör zu verschaffen, ist es äußerst lukrativ, einer Minderheit anzugehören. Ob diese nun ethnischer, sexueller, gesundheitlicher oder erdachter Natur ist, ist irrelevant.

Für das patriotische Spektrum ist umso wichtiger, klare Kante gegen das Altrechte zu zeigen, um beispielsweise dunkelhäutige oder homosexuelle Menschen nicht im Irrglauben zu lassen, dass diese im heimatverliebten Spektrum nicht willkommen seien. Es ist wichtig, den Menschen eine tatsächliche, kulturelle Landesidentität aufzuzeigen, von der auch sie ein Teil werden können - unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung und Hautfarbe.

Wird diese angenommen und als Teil des eigenen Selbst akzeptiert, so bedarf es keiner eigenartigen Ersatzidentität als Kompensationsmöglichkeit. Auch könnte man wieder einen ernsthaften Diskurs führen, ohne sich darin zu duellieren, wer nun der kleineren Minderheit angehört und wer sich nun als das größere Opfer des Patriarchats sehen kann.

Wenn es etwas gibt, dass die Gesellschaft spaltet, so ist es der absurde Individualismus des 21. Jahrhunderts und das Bedürfnis, um jeden Preis ,,anders" zu sein. Es ist der ethnokulturelle Selbsthass europäischer Völker, aus dem der besagte Minderheitenfetischismus resultiert, welcher der erfolgreichen Integration von Ausländern im Wege steht und den es zu überwinden gilt.

Zu sagen, es sei der Aufstieg des Populismus, der zu gesellschaftlichen Zersplitterungen führt, ist Unsinn. Man sollte sich erst einmal an die eigene Nase fassen, bevor man Gespenster sieht, wo keine sind!