Das Märchen von der freien Sprache

LGBTQQIAA - Anhänger dieses neuerlichen Sprachungetüms versuchen anderen die eigene sexuelle Orientierung aufzuzwingen und die Sprache ihres Gegenübers einzuschränken. Unser Autor Erik der Enterich meint: „Wehret den Anfängen!”

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Wir sind ja hier unter freiheitlich gesinnten Menschen, also muss ich euch das Prinzip des Selbsteigentums eigentlich nicht erklären, und auch nicht darüber streiten, ob es Eigentum an sich selbst überhaupt gibt. Trotzdem eine Kurzfassung: Es geht darum, ob man selbst ein Recht an seinem Geist und Körper hat, und Verletzungen ein Rechtsbruch sein können. Mit der Annahme, dass man voll und ganz über sich selbst verfügen darf, geht natürlich auch einher, daß man sich selbst so verändern, verhalten und nennen kann, wie man lustig ist – vorausgesetzt die Rechte anderer bleiben unangetastet. Dann stellt sich die Frage: Inwieweit hat ein Mensch das Recht, sich selbst neu zu definieren, sich selbst nach seinem Willen zu deformieren? Ab wann wird das Kreieren von sich selbst zu einer Verstümmelung der Freiheiten anderer unter der Flagge des Individualismus?

Geisteskranker Sprachfaschismus Es geht ein Gespenst um in Europa, das Gespenst der LGBTQQIAA. Klingt wie eine Geschlechtskrankheit – ist in 10 Jahren bestimmt auch Synonym dafür. Bis dato beschreibt es jedoch lediglich eine Geisteskrankheit. „Schockschwerenot!“, denkt sich jetzt vielleicht der ein oder andere, „Sie hat Geisteskrankheit gesagt!“. Ja, habe ich, aber ich meine nicht die mentalen Andersartigkeiten, die sich auf das Geschlechtsempfinden auswirken. Ist es an mir, über die Gefühle eines Anderen zu urteilen, gar zu entscheiden? Mitnichten. Das allein wäre kein Umstand, der mich in meinem Leben in irgendeiner Art und Weise beeinträchtigen würde. Was ich jedoch als Geisteskrankheit bezeichne ist die Intensität, mit der diese Initiative versucht, einen modernen Sprachfaschismus zu etablieren. Aus einem Thema der Privatsphäre, machen diese Verfechter des „Guten“ eine Debatte, die selbst den desinteressiertesten Bürger auf die Straße hetzt. Sie widmen sich den Grundlagen der deutschen Sprache. Als hätten wir sonst keine Probleme.

Ihr seid vielleicht schon mit dem Begriff „LGBT“ vertraut, sprich „Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender“. Aber das ist anscheinend immer noch diskriminierend. Darum erweiterte man diese eingängige Bezeichnung noch um ein „QQIAA“, vielleicht um den Begriff noch einprägsamer zu gestalten. Dieser nette Anhang soll nun für „Queer, Questioning, Intersex, Asexual and Allies“ stehen. Aha. Das muss man erstmal sacken lassen. „Questioning“ (Hinterfragend) also. Unentschlossen, als was man sich selbst sieht, und was man begatten will. Klingt ja jetzt erstmal auf vielen Ebenen nicht so gesund. Aber belassen wir es dabei. Marx‘ Nachfolger, die Anhänger der kritischen Theorie, haben diesen Männerinnen immerhin den Auftrag gegeben, alles in Zweifel zu ziehen, anscheinend auch das biologische Sexus.

Alliierte Kräfte Und „Allies“ (Alliierte)? Was haben denn jetzt Großbritannien und Frankreich damit zu tun? Wie sich herausgestellt hat rein gar nichts, aber die Bezeichnung ist charakteristisch für die gesamte Bewegung. Alliierte meint hier eigentlich diejenigen, die glauben, sie müssten sich als Teil der LGBT-Gemeinschaft sehen, obwohl sie nur weiße, privilegierte, heterosexuelle Normalos sind. Die metaphorische Bedeutung ist aber durchaus aufschlussreich, denn es wird impliziert, daß jeder, der sich nicht als Teil dieser glitzernden Regenbogen-Familie begreift, auf der Seite der „Nazis“ stünde, und frivol den Freuden der diktatorischen Bestrebungen frönt. Passend, wenn man bedenkt, daß „Nazi“ auch die einzige Beleidigung ist, zu der unsere LGB-weiß-der-Geier-was Freunde im Stande sind, und ironisch, wenn man folgendes bedenkt: Selbst daran würde sich noch niemand stören. Selbst das wäre schlicht und ergreifend im Rahmen derer Freiheiten, möge sich doch ein jeder nennen wie er wolle.

Eingriff in die eigene Privatsphäre Nur (aufgepasst, das ist wichtig!) lasst uns damit in Ruhe! Woher rühren also die faschistoiden Züge? Von Seiten der Individualisten oder vom kollektivistischen Gender-Mob? Das Problem ist nicht, daß sich die Angehörigen dieser Gemeinde als Mannfrau, Leipziger Allerlei oder Kampfhubschrauber bezeichnen. Bedrückend wird es für den Orwell-Kenner nur dann, wenn sich ein solcher Meinungsfaschist vor ihm positioniert und nach einer freundlichen Begrüßung beginnt zu wettern, man hätte ja nicht nach seinem Pronomen gefragt. Die Tatsache, daß das Verlangen geäußert wird, das Gegenüber solle sich gefälligst nach der sexuellen Orientierung und Identifizierung eines völlig fremden Menschen erkundigen, ist einfach nur dreist. Zudem kann man aufgrund des anstrengenden Anblicks sowieso nicht länger als fünf Minuten mit dieser Person reden ohne Augenschmerzen zu bekommen. Nicht nur, daß darauf abgezielt wird, ganze Sprachmuster für eine verschwindend kleine Minorität zu verändern, so wird einem hier auch ein Interesse an deren Schlafzimmer-Thematik aufgezwungen. Interessant ist die Frage natürlich, wie sich so jemand Samstagnacht vergnügt. Aber: Der Informationszwang durch Sprache und Anrede, dergleichen ungewollt in Erfahrung zu bringen, ist ein klarer Eingriff in die menschliche Privatsphäre.

Beleidigt werden oder beleidigt sein? Ja, das Ganze klingt vielleicht ganz lustig, doch die gesellschaftliche und psychologische Komponente dabei ist todernst. Die Beschränkung der Sprachfreiheit ist der Grundbaustein für jede Diktatur. Sprache ist der Transmitter unserer Emotionen, Meinungen und Wahrnehmungen, und verstümmelt man sie in ihrer Bedeutung oder Aussprachemöglichkeit, so nimmt man einen fundamentalen Eingriff in die zwischenmenschliche Kommunikation vor. Abgesehen davon ist der Eingriff in die Sprachgewohnheiten stets illegitim, da man mit Formulierungen niemandem körperlichen Schaden zufügen kann. Ja, man kann jemanden mit Worten seelischen Schaden zufügen, dazu bedarf es allerdings harter Beleidigungen oder Dauerstress, beispielsweise durch Mobbing. Ist es jedoch möglich einem fremden Menschen mit objektiv nicht beleidigenden Worten seelischen Schaden zuzufügen, so gibt dies einen Rückschluss auf bereits vorhandene psychosomatische Erkrankungen, welche zum Erodieren des Selbstwertgefühls dieses Menschen führten. Einfach gesprochen: Es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen beleidigt werden und beleidigt sein. Ersteres ist eine Aggression eines Anderen gegen einen selbst, letzteres eine Aggression von sich selbst gegen die eigene Psyche und den vermeintlichen Agressor. Heißt kurzum, daß man Beleidigungen selbstverständlich sozial ächten kann, da sie eine gezielte Verletzung des Individuums darstellen. Für das eigene Beleidigtsein die Gesellschaft verantwortlich zu machen, hat aber keinerlei Legitimation. Obacht, Freunde. Lasst ihr euch auf diesen Sprachfaschismus ein, so tragt ihr ebenfalls dazu bei, daß das Jahr 1984 früher als später eintrifft!