Wie wärs mit ein bisschen Monarchie?

Deutschland ist zu einer Nation ohne Eigenschaften verkommen. Brauchen wir im Zeitalter der chaotischen Moderne ein beständiges Königshaus mit einem würdigen Repräsentanten, anstelle von Technokraten und Karrieristen? Kann eine Monarchie den Deutschen Geschichte, Identität und Würde zurückgeben?

Wohl kaum eine Staatsform scheint uns Deutschen heute so fern wie die Monarchie. Obwohl unser Land Jahrhunderte durch Monarchen und gekrönte Häupter geprägt wurde und Deutschland seine Blütezeit während des Kaiserreichs erlebte, sind Demokratie und Sozialismus in den Köpfen weitaus präsenter. Es gibt unzählige demokratische, sozialistische, ja selbst nationalsozialistische Vereinigungen (auch wenn sie sich nicht so nennen dürfen), für beinahe jeden ist etwas Passendes dabei. Sobald man sich allerdings für die Monarchie interessiert oder dieser Staatsform gar nahesteht, wird es schwierig - die Reichsbürgerbewegung mal außen vorgelassen. Institutionen, die die Monarchie befürworten, muss man mit der Lupe suchen und wenn über Alternativen zur jetzigen Politik sinniert wird, fällt eher selten der Name Georg Friedrich Prinz von Preußen. Das 42-jährige Oberhaupt des Hauses Hohenzollern wäre der rechtmäßige Nachfolger von Wilhelm II. Obwohl die eigenen Urgroßeltern womöglich noch glühende Anhänger der deutschen Monarchie waren und einige ganz alte Semester sogar zu Zeiten des Deutschen Kaiserreichs geboren wurden, ist die Monarchie für die meisten nur noch ein belächeltes Relikt aus der Vergangenheit. Wie konnten sich unsere Vorfahren bloß freiwillig irgendwelchen patriarchalisch geführten Familienclans unterwerfen, die ihre gesamte Macht ausschließlich aufgrund rückständiger Erbfolgeregelungen innehatten?

 

Heute darf jeder Bürger des Landes mitbestimmen, und Entscheidungen werden durch demokratische Willensbildungsprozesse getroffen, die jedem Bürger das Recht einer Meinungsäußerung zugestehen. Sollten wir uns daher nicht einfach glücklich schätzen, rückständige, monarchistische Strukturen hinter uns gelassen zu haben? Ein Blick auf die Realität dürfte so manchem Monarchiegegner die Zornesröte ins Gesicht treiben, denn noch immer haben 44 Länder monarchistische Verfassungen. Aber Quantität sagt natürlich noch nichts über die Qualität dieser Länder aus und dass Tonga, Swasiland oder Thailand Monarchien sind, dürfte wohl kaum einen Monarchiekritiker von der Vorteilhaftigkeit dieser Regierungsform überzeugen.

 

Ein Blick auf die Liste der „Best Countries for Business“ (Länder, in denen man am besten Geschäfte machen kann) des angesehenen Forbes Magazine ist dagegen aufschlussreicher. Die Mehrheit der bestplatzierten Länder sind Monarchien und auf den ersten fünf Plätzen finden sich ausschließlich Länder mit gekrönten Staatsoberhäuptern. Die Rangliste zur Pressefreiheit der „Reporter ohne Grenzen“ zeigt ein ähnliches Bild. Sieben der zehn erstplatzierten Staaten sind Monarchien. Beim World Happiness Report der Vereinten Nationen dasselbe, auch hier werden die ersten 10 Plätze von Monarchien dominiert, unter den 10 „glücklichsten Ländern der Welt“ sind 7 Monarchien. Deutschland dagegen mogelt sich gerade noch so unter die ersten 20 und man möchte den Kritikern zurufen: „Mit Georg Friedrich wäre das nicht passiert!“ Klar, Korrelation, ist nicht gleich Kausalität und es mag viele Gründe für das gute Abschneiden der Monarchien geben. Außerdem, so eines der Lieblingsargumente der Kritiker, hätten Monarchen in den Niederlanden, Belgien oder Dänemark doch kaum noch etwas zu melden. Die politische Macht läge längst in den Händen der jeweiligen Parlamente und die Könige, Kaiser und wie sie alle heißen, hätten höchstens noch repräsentative Funktionen. Das mag teilweise stimmen, auch wenn die Monarchen zumindest formal noch einige Mitspracherechte besitzen. Aber wäre das nicht sogar eher ein Argument für die Monarchie? Wenn die Macht der Monarchen doch ohnehin begrenzt ist, was hindert uns dann noch an deren Einführung? Die Zahlen sprechen schließlich eine eindeutige Sprache. Und wer zusammen mit den schätzungsweise zwei Milliarden (!) Menschen während der Hochzeit von Prinz Harry vor dem Fernseher hockte, wird dem zustimmen. Bei „unserem Präsidenten“ Frank-Walter Steinmeier weiß die Mehrheit nicht einmal, ob er Kinder hat, geschweige denn würde deren Heirat irgendjemanden interessieren.

 

Während der Parlamentarismus das Ergebnis kühler Bürokraten ist und laufend emotionslose Paragraphenreiter à la Kauder, Altmeier und Steinmeier produziert, ist die Monarchie ein Produkt des Herzens, geschaffen, um den Völkern würdevolle Repräsentanz zu schaffen.

 

Geschichte und Tradition eines Landes spiegeln sich in den jahrhundertelangen Traditionen gekrönter Häupter, die den Geist vergangener und zukünftiger Zeiten in sich tragen. Während die kinderlose Merkel ein vergängliches Produkt der Moderne ist, das morgen schon wieder auf dem „Müllhaufen der Geschichte“ landet, wird der Geist der Monarchien über die Jahrhunderte getragen und konserviert. Gerade einem Land wie Deutschland, in dem die Zeit des „Vogelschisses“, wie Alexander Gauland die NS-Diktatur bezeichnete, nahezu dauerpräsent ist, täte es gut, den Bezug zur eigenen Historie zu suchen und an Zeiten vor der Weimarer Republik anzuknüpfen. Diese ach so fortschrittliche Demokratie hat den Vogelschiss nämlich erst ermöglicht. Im Deutschen Kaiserreich wäre ein Mann wie Hitler undenkbar gewesen!

 

Das mäßige Ansehen der Monarchie in Deutschland hängt vor allem mit dem mangelnden Wissen zusammen. Die wirtschaftliche und kulturelle Dominanz des Deutschen Kaiserreiches ist den wenigsten Deutschen heute bewusst, während öffentliche Institutionen gerne das Bild einer kriegerischen Nation mit Allmachtsphantasien zeichnen („Platz an der Sonne“).

 

Dass das Deutsche Kaiserreich in Literatur, Wissenschaft und Wirtschaft weltweit führend war und seine Position als Weltmacht völlig zu Recht beanspruchte, wird in den Debatten geflissentlich ignoriert, ebenso die Tatsache, dass Nationalismus, Antisemitismus und andere, vermeintlich dem Wilhelminismus innewohnende Strömungen in den meisten europäischen Ländern viel verbreiteter und vor allem zeithistorisch bedingt waren.

 

Sofern man die heutige BRD in Anlehnung an Robert Musil als „Nation ohne Eigenschaften“ betrachtet, ist es kaum verwunderlich, dass sich deren „Personal“ eine Teflon-Kanzlerin als Repräsentantin auserkoren hat. Ein Bürokraten-Volk wird von einer Frau ohne Charakter, ohne Ecken und Kanten, regiert. Die Wiedereinführung einer Monarchie würde dem geschundenen deutschen Volk ein Stück Würde zurückgeben und wäre ein erster Schritt zur Normalisierung des eigenen Geschichtsverständnisses. Eine Republik, die ihre Wurzeln leugnet und alles Vergangene negiert, wird ihren Angehörigen niemals eine geistige Heimat geben können. Dem Verlust des Geistes, der sich heute in übermäßigem Konsumismus, Materialismus sowie Orientierungs- und Prinzipienlosigkeit äußert, könnte durch die Wiedereinführung der Monarchie entgegengesteuert werden.

 

Ein Monarch als Repräsentant der jahrhundertealten Geschichte unseres Volkes wäre ein dringend notwendiger Kontrapunkt zu dem grassierenden Modernismus. Je schneller die Mühlen von Wirtschaft und Technik sich drehen, desto mehr sehnen sich die Menschen nach Beständigkeit und bleibenden Werten. Ein „Volk ohne Eigenschaften“ wird als solches nicht bestehen können. Die Wiedereinführung einer Monarchie böte die einmalige Möglichkeit einer Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln sowie den Beginn eines neuen Sichbewusstwerdens. Ein Land wie Liechtenstein zeigt auf beeindruckende Weise, wie Liberalität und Monarchie einander befruchten können, und dass die 10 unglücklichsten Länder der Welt ausnahmslos Republiken sind, sollte uns eine Warnung sein. Der allgemeinen „demokratischen Desillusionierung“ nach über 10 Jahren Merkel sollte endlich der längst überfällige Neubeginn folgen. Auf zu neuen monarchistischen Ufern oder um es mit dem Leitspruch des Vereins „Tradition und Leben“ zu sagen: „Wir setzen der Demokratie die Krone auf!“

 

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Kommentare: 1
  • #1

    UHM (Donnerstag, 17 Januar 2019 21:26)

    Wir haben doch schon eine Monarchin.
    Mit einem König würden wir nur einen Ausbeuter gegen einen anderen tauschen.