Wie ein Deutscher den Weihnachtsmann erfand

Die Amerikaner haben den Weihnachtsmann erfunden? Pustekuchen!

Mittlerweile weiß jedes Kind: Der Weihnachtsmann ist eine amerikanische Erfindung und hat kaum etwas mit alten Bräuchen oder einem christlichen Ursprung gemein. Vielmehr gab es in allen europäischen Kulturkreisen, in manchen mehr in manchen weniger, Geschichten über geschenkbringende Väterchen. Der bekannteste ist sicherlich der christliche Nikolaus, im Holländischen „Sinterklaas“, das russische „Väterchen Frost“ oder eine skandinavische Sagengestalt, die in der Winterzeit mit seinen Rentieren die Leute besuchte. Der moderne Weihnachtsmann, so glauben die meisten, sei eine Erfindung von Coca Cola. Dass diese Vermutung vollkommener Quatsch ist und eher auf die geschickten Marketingstrategien des amerikanischen Konzerns, als auf die historische Wahrheit zurückzuführen ist, ist allerdings seit längerem klar.

 

Es wurden ältere Postkarten und Bilder eines dicklichen, weißbärtigen, rauchenden und rentierschlittenfahrenden Herren gefunden, der die Leute reich beschenkt. Und die erste Zeichnung des Weihnachtsmannes, dem Santa Claus, stammt vom Deutschen Thomas Nast, der als Kind in die USA immigrierte. Nast hasste die neue Sprache, zeichnete dagegen wie ein Wahnsinniger. Unter anderem musste er nach dem Tod seines Vaters die Familie als Illustrator ernähren – und wurde als 15-Jähriger der wohl jüngste Pressezeichner aller Zeiten. Einige Jahre später sollte Nast ein Weihnachtsbild für seinen Auftraggeber fertigen. Dieses Anliegen stammte angeblich vom damaligen Präsidenten Abraham Lincoln. Thomas Nast hatte allerdings eine Zeichenblockade und die Zeit floss rasch dahin. Erst seine Schwester, eine Lehrerin, brachte ihn auf die Idee, eine Abwandlung des heiligen „Saint Nicholas“ zu Papier zu bringen. Nast zeichnet einen patriotischen Weihnachtsmann, gekleidet in „Stars and Stripes“, der die artigen Soldaten der Nordstaaten reich beschenkte. Gleichzeitig hielt Santa Claus eine Figur des Präsidenten der Südstaaten, Jefferson Davis, an einem Strick in die Luft. Die erste Ausgabe des Weihnachtsmannes war also nichts anderes als politische Propaganda.

Später zeichnete Nast das bekanntere Bild seines Weihnachtsmannes. Für die märchenhafte Gestalt im Pelz stand allerdings nicht nur Sankt Nikolaus Pate, sondern auch Nasts Kindheitserinnerung an den strafen den Knecht Ruprecht oder Belzenickel, dem er als kleiner Junge in der Pfalz begegnet war. Nast wurde 1840 in Landau geboren. Dreißig Jahre danach und dreißig Kilometer nördlich, erblickte Friedrich Trumpf, der Urgroßvater Donald Trumps, das Licht der Welt. Da soll mal einer sagen, die Pfälzer würden das Weltgeschehen nicht beeinflussen. 

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