„Wir leben auf Substanz Deutschlands"

Wir haben mit dem Finanzexperten Peter Boehringer (AfD) ein ausführliches Interview geführt. Im ersten Teil erläutert der Haushaltsausschussvorsitzende die Beweggründe seines politischen Engagements und warum er den Islam kritisch sieht.

Peter Boehringer ist Mitglied des Bundestages und mittlerweile Vorsitzender des Haushaltsausschusses. Wir haben mit dem bekannten Finanzexperten und Gründer der Initiative „Holt unser Gold heim“ gesprochen und ihn gefragt, was die drängendsten Probleme unsere Zeit sind, ob man in der AfD noch immer liberal sein kann und welche Währungs- und Finanzpolitik Deutschland und Europa das Genick brechen könnte.

 

Krautzone: Herr Boehringer, bitte erläutern Sie uns zu Beginn des Gesprächs die wichtigsten Stationen in ihrem Leben und gehen Sie kurz auf ihren momentanen Tätigkeitsbereich bei der AfD ein.

 

Peter Boehringer: Ich habe nicht zufällig bei der AfD angeheuert. In die AfD bin ich eingetreten als es abzusehen war, dass Bernd Lucke abgewählt wird. Er hat es zwar zu Beginn nicht schlecht gemacht, aber er war nicht konsequent genug und wir waren in einigen Punkten nicht ganz deckungsgleich. Ich hatte in der AfD von Beginn an viele Freiheiten, war Vize-Sprecher des Bundesfachausschusses „Euro-, Geld- und Währungspolitik“ und habe dort zusammen mit Frau Weidel die Leitung inne gehabt. Im Prinzip ist dies die logische Fortsetzung von dem, was ich seit 15 Jahre sage und mache. Ich erzähle eigentlich nichts anderes als früher, aber seit ich den Stempel AfD auf der Stirn trage, bin ich plötzlich eine Feindfigur. Ich habe schon einige Freunde verloren. Es ist unschön. Der politische Bereich ist unschön. Ich bin ja selbst libertär und halte politische Parteien für etwas Fürchterliches. Auch der ganze parlamentarische Betrieb ist sehr unschön. Aber im Gegensatz zu manchen Anarchisten, die den Staat dann gleich komplett abschaffen wollen, sehe ich das als utopisch an. Es bleibt uns nichts anderes übrig als im bestehenden System Oppositionen zu leisten. (Anm. d. Red. Seit dem 31.01.2018 ist Peter Boehringer Leiter des Haushaltsausschusses)

 

Zu meiner Person: Ich komme aus einem mittelständischen, gutbürgerlichen Elternhaus und bin von der Ausbildung her Informatiker und Kaufmann. In den 90er und frühen 2000er-Jahren habe ich sehr international, teilweise auch in der New Econonomy Blase gearbeitet. Seit 2002 bin ich selbstständig als Vermögensberater. Das war damals die Zeit nach dem Zusammenbruch der New-Economy-Blase, wo klar war, Papierwerte alleine können es nicht sein. Ich habe mich dann relativ schnell auf Sachwerte und Edelmetalle spezialisiert. So kommt man automatisch zu den Themen, die mich bis heute bewegen: Geldpolitik, Zentralbankpolitik. Ich war einer der ersten, der das in Deutschland hinterfragt hat, aber natürlich nicht der erste überhaupt, weil der Wahnsinn der ungedeckten Währungen ja schon seit 1971 existiert. Und ich halte es heute für ein Experiment mit Ablaufdatum. Im wirtschaftspolitischen Studium kam diese Thematik praktisch nicht vor. Es gab kein Hayek und kein Mises und die ganze Thematik kommt im Studium bis heute praktisch nicht vor, höchstens rudimentär. Die herrschende Ideologie des „Falschgeldes“ wurde nicht hinterfragt. Sie wurde als gottgegeben dargestellt. Das ist bis heute so. Schon seit etwa 1980 wurde praktisch jede Krise an der Börse mit Geld aus dem Nichts zugeschüttet. Das war 1987 nochmal so und das war bei der Krise 2000 so. Die hat mich schließlich zum Nachdenken gebracht. Mit der Finanzkrise hat sich die Lage noch weiter verschlechtert und die Notenbanken halten Währungen am Leben, die alle schon tot sind, nach allen klassischen Maßstäben der Ökonomie. Der verstorbene Professor Wilhelm Hankel hat einmal gemeint. „Eine Währung, die permanent gerettet werden muss, ist keine Währung.“

 

 

KRAZ: Sie haben von einem Ablaufdatum gesprochen. Könnten Sie spekulieren?

 

Boehringer: Man kann das nicht mathematisch festmachen. Wir haben es mit einer Exponentialfunktion zu tun und die hat, auch wenn sie noch so steil ist, kein mathematisches Ende. Es kann theoretisch noch sehr lange so weitergehen. Die Kurven (Anm. d. Red.: Geldmenge M3) die man heute sieht, gleiten etwa 1971/1980 ins Exponentielle ab. Die einzigen deutlichen Unterbrechungen gab es 2008, als man aufgehört hat, die perfekte Exponentialfunktion weiter abzubilden. Da wird die Kurve kurz unterbrochen, was sofort für Finanzkrise geführt hat. Seitdem hat man den Turbo nochmal gezündet. Es findet eine permanente „Aufschuldung“ (Erhöhung der Geldmenge) in immer größerem Tempo statt. Aber Papier ist geduldig. Man kann jedes Jahr noch zwei Nullen dran hängen- oder auch Fünf. Das Ende des Systems wird durch Massenpsychologie herbeigeführt. Wenn zu viele Leute diese Gespräche führen, wie wir es gerade tun und an der Nachhaltigkeit zweifeln, dann wird dem System das Vertrauen entzogen und die Leute werden in Sachwerte fliehen. Und dann ist es ganz schnell vorbei.

 

 

Nach klassischen Regeln war es 2008 vorbei mit dem Weltfinanzsystem. Seitdem wird über die Notenbanken alles gerettet, womit ich ehrlich gesagt früher auch nicht mitgerechnet hatte. Daher wage ich heute auch keine weitere Prognose. Nur die Psychologie wird das System begrenzen. Auf europäischer Ebene, was mich politisch mehr beschäftigt, wird es das Gesamtvermögen Deutschlands begrenzen. Wir leben auf Substanz Deutschlands. Deutschland ist der Letzthafter in diesem System. Und wenn Deutschland selbst nicht mehr zahlen kann, ist der Euro Geschichte. Nach meiner Rechnung reden wir von etwa 500 Milliarden € im Jahr, die Deutschland in die Haftung geht. Nicht direkt haushaltswirksam, aber es ist so. Das ist die Größenordnung. Deutschland hat aber, je nach Rechnung, zwischen 5 und 9 Billionen € Privatvermögen. Und das kann man noch aufschulden. Das kann also noch einige Jahre so gehen.

 

 

KRAZ: Sie haben sich publizistisch vor allem als liberaler Finanzexperte einen Namen gemacht und sind 2015 in der AfD eingetreten. Warum gerade in die vor allem als konservativ geltende AfD und nicht in die FDP oder die PdV?

 

Boehringer: In der Tat gibt’s ja die PDV erheblich länger als die AfD. Ich war Anfang an auch sehr nah dran, bin zwar nicht eingetreten, aber habe oft für die PDV Veranstaltungen gemacht. Das Problem der PDV war, wenn man mal von internen Querelen absieht, dass sie genau diese ganz stringente minimalstaatliche, eigentlich anarchische Linie vertreten hat. Es war brutal schwierig da über 0,1 % herauszukommen und das hat die PDV auch tatsächlich nie geschafft. Die Masse der Leute bewegt halt doch noch ein bisschen was anderes als dieser libertaristische Puritanismus. Das muss man einfach zu Kenntnis nehmen. Und die FDP sehe ich im Gegensatz dazu schon lange nicht mehr als liberale Partei. Sie hat, insbesondere seit 2010, jede „Eurorettung“ in Deutschland mitgemacht. Sie hat nie die Zentralbanken in Frage gestellt, hat diesen unsäglichen Aufschuldungswahnsinn, den Zentralismus der EZB und der EU-liten, immer sklavisch mitgemacht. Das macht Herr Lindner bis heute. Er ist durch und durch pro EU-ropäer. Ab und zu gibt es mal eurokritische Stimmen von der FDP. Aber das war noch nie glaubwürdig, weil man nie die Konsequenz zieht und den Euroausstieg fordert. Man will nicht einmal zurück zu Maastricht, was im Prinzip aufs Gleiche hinauslaufen würde, weil die EZB mit ein bis zwei Milliarden pro Tag intervenieren müsste – was sie nach den Maastrichter Verträgen nicht darf. Das weiß der Herr Lindner, aber er sagt es nicht. Von daher ist die FDP ganz sicher keine marktliberale Partei. 

 

Auch was die Bürgerrechte angeht, wird es bei der FDP immer schlimmer. Okay, da gibt’s noch ein paar sehr alte FDPler, wie Burkhard Hirsch, die ich verehre und die wirklich vieles richtig machen. Es gibt auch ein paar Punkte, z.B. das Netzwerkdurchsetzungsgesetz, wo man mal mit der FDP an einem Strang ziehen könnte. Allerdings haben wir als AfD nichts mit diesen Open-Border-Libertären gemein. Ich persönlich, und auch die AfD, glauben an den Nationalstaat als natürlichen Lebensraum. Ich halte es für die sowohl gesellschaftspolitisch, als auch psychologisch und sogar ökonomisch für die sinnvollste Größenordnung eines Gemeinwesens. Den Supranationalismus dagegen bekämpfen wir mit Vehemenz. Die natürliche Lebensform ist der Nationalstaat, immerhin ein paar hundert Jahre alt und wenn man es genau nimmt, sogar noch älter. Natürlich kann man darüber streiten, aber ich halte es zumindest für eine sehr etablierte Form des Gemeinwesens. Hier ist die FDP leider auch sklavisch EU-ropäisch unterwegs. Auch einen Weltstaat kann man sich durchaus vorstellen unter FDP-Ägide. Leider hat sich die FDP nie von der EU verabschiedet, weshalb wir in diesem Bereich auch nicht zusammenkommen werden. Es gibt auch noch ein paar vernünftige Leute in der FDP, ich habe lange selbst für Frank Schäffler gekämpft, der das ja mehr oder weniger genauso sehen würde, speziell die Eurorettung. Er hatte immerhin 45% der Basis der FDP hinter sich der Abstimmung 2011, aber er hat sie verloren, übrigens ausgerechnet gegen Herrn Lindner.

 

 

KRAZ: Viele AfDler begreifen die Partei als „neue Volkspartei“, die Bürgern aus allen gesellschaftlichen Schichten ein Zuhause bieten soll. Glauben Sie, dass ihre liberalen Positionen in diesem Umfeld überhaupt durchsetzbar sind? In Sachen Pflege, Mindestlohn und Rente sind aus Reihen der AfD teilweise eher sozialdemokratische Töne zu hören.

 

Boehringer: Ich habe mir nie die Illusion gemacht, dass die AfD eine liberale oder gar libertäre Partei ist. Das ist völlig klar. Und ich bin 2015 in die Partei eingetreten, als die Eurorettung bereits dramatisch existenzgefährdend für unser Gemeinwesen war und die Grenzauflösung gerade eingeleitet wurde. Beides sind noch heute die Kernthemen der AfD und bezüglich beider Themen hat sich meine Meinung innerhalb der letzten Jahre nicht geändert. Ich bin seit 25 Jahren Islamkritiker und es gibt verdammt gute Gründe dafür, gerade aus liberaler Sicht, den Islam rundweg abzulehnen, insbesondere den politischen Islam. Multikulti ist auch schon lange ein Thema, das mich stört. Es ist einfach komplett unverantwortlich was in diesem Land stattfindet. Ich habe mich dahingehend nie verändert und ich glaube die meisten Mitglieder der AfD haben das ebenfalls nicht. Vor wenigen Jahren war das, was wir vertreten, Konsens. Niemand innerhalb der Altparteien wäre auf die Idee gekommen die Grenzen aufzulösen. Jetzt ist es nur noch eine Konsenssoße im Bundestag und wir sind die einzigen, die sich dagegenstellen. Insofern sind wir tatsächlich konservativ, im Sinne von „conservare“, bewahren. Wir bewahren den gesunden Menschenverstand, der bis vor wenigen Jahren in den Altparteien noch da war. Nicht wir sind die extremen, sondern die anderen.


Das Thema Mindestlohn wird total aufgebauscht. Wir hätten das nicht freiwillig in unser Wahlprogramm aufgenommen. Ich war Mitglied in der Programmkommission und wir haben lange diskutiert, bevor wir das aufgenommen haben. Wir fanden 2014 eine Situation vor, in denen der Mindestlohn bereits da war und haben ihn dann zähneknirschend geschluckt. Ich persönlich halte ihn für ein sozialistisches Wahnsinnsinstrument und völligen Blödsinn. Man muss aber auch die Kirche im Dorf lassen (Anm. d. Red.: Und die Moschee in Istanbul) und sagen: Das Problem stellt sich momentan für deutsche Niedriglöhner und wir machen nun einmal Politik fürs deutsche Volk. Es geht hier nicht um Facharbeiter, die verdienen ohnehin deutlich mehr, sondern um deutsche Niedriglöhner und die werden zurzeit in eine völlig unnatürliche Konkurrenz mit Millionen von Zuwanderern gesteckt, wenn sie denn überhaupt arbeiten. Wenn diese völlig verrückte Zuwanderung nicht wäre, hätten wir eine schrumpfende Bevölkerung und einen krachenden Arbeitskräftemangel. Mindestlohn wäre überhaupt kein Thema.
(Anm. d. Red.: Wenn das Angebot an Arbeit sinkt, steigt der Preis (Lohn))

 

 

KRAZ: Aber hätte man die Einwanderung nicht immer noch, zumindest auf europäischer Ebene? Durch die Freizügigkeit in der EU?

 

Boehringer: Ich bin nicht der Meinung, dass die Leute nur wegen des relativ hohen Lohnniveaus kommen. Die Motivation zu kommen, ist noch eine andere. Die Moslems würden auch aus ganz anderen Gründen noch kommen. Wir haben nur am Ende akzeptiert, dass wir unsere eigenen Wähler, die Deutschen im Niedriglohnsegment, nicht in totale Konkurrenz mit Illegalen schicken müssen. Natürlich ist das eine Abweichung von der reinen liberalen Lehre, das stimmt, aber es ist keine so dramatische. Die Debatte geht ja gerade weiter. Die Linke fordert jetzt ganz aktuell im Bundestag eine Erhöhung des Mindestlohnes um fast 50% auf 12 Euro und das wird auch von uns abgelehnt werden. Bei Sachen wie Rente und Pflege sag ich immer: Leute, wir haben ein natürliches und strukturelles Rentenproblem seit Adenauers Zeiten, was mit diesem unsäglichen Umverteilungssystem zusammenhängt und bei einer schrumpfenden Bevölkerung nicht funktionieren kann. Insofern haben wir, und auch das ist eine Abweichung von der liberalen Lehre, auch hier zähneknirschend akzeptiert, auch ich, dass die Rente staatlich alimentiert wird. Sie wird es schon heute. Sie ist die größte Budgetposition. Mit etwa 75 Milliarden Euro (Anm. d. Red.: Die offiziellen Zahlen variieren, weil „Bundeszuschüsse“ je nach Betrachtungsweise anders gewertet werden) pro Jahr wird die Rente aus Steuergeldern finanziert. An dieser Stelle machen wir auch Realpolitik und haben gesagt, wir können hier nicht die Leute verhungern lassen. Es ist nun einmal ein System, das wir so vorfinden. Es ist ein Fehler vieler Libertärer, dass sie nicht akzeptieren können, was sie hier vorfinden. Man kann im Bundestag nicht die Welt von heute auf morgen verändern.

 

Was aber fast noch wichtiger ist für mich: Wenn unseren Forderungen nach Grenzschließung und Integration nur annähernd Folge geleistet würde, dann hätten wir geringere Integrationskosten und viel weniger Folgekosten. In Bezug auf die Eurorettung ist das sogar noch viel gravierender! Wir reden hier von Beträgen im dreistelligen Milliardenbereich pro Jahr. In diesem Land würden Milch und Honig fließen. Meiner Berechnung nach könnten wir locker das Vierfache des jährlichen Rentenzuschusses einsparen, wenn wir diese zwei Fehlentscheidungen korrigieren. Außerdem haben wir nach China die zweitgrößten Handelsbilanzüberschüsse der Welt. Diese Überschüsse versickern jedoch, aber da kommen wir ja später noch dazu. Insgesamt muss man hier das ganze Bild sehen: Wir haben ein paar Zugeständnisse gemacht gegenüber der reinen liberalen Lehre, aber nur weil wir in einer Notstandssituation sind.

 

 

KRAZ: Wer ihre Wikipedia-Seite eingehend studiert, wird spätestens bei dem Punkt „Weltsicht und Positionen“ stutzig. Dort heißt es wörtlich „er (Boeringer) glaube an die Existenz geheimer, global operierender Eliten, die verdeckt an einer sogenannten Neuen Weltordnung (NWO) arbeiteten. Deshalb solle die Gesellschaft so verändert werden, dass diese Eliten sie besser kontrollieren könnten. Die Vereinten Nationen werden laut Boehringer ebenfalls von der NWO gesteuert, jedoch seien dort auch die Freimaurer aktiv. Wie die ehemalige Tagesschau-Moderatorin Eva Herman glaubt auch Boehringer, dass die Migration von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten nach Europa Teil einer gesteuerten Invasion sei. So würden die Flüchtlinge für die Überfahrt nach Europa z. B. aus Saudi-Arabien Geld erhalten. Das Ziel sei, Europa zu islamisieren. Via Facebook teilte Boehringer mit, in Deutschland steuere die NWO bereits die Bundesregierung, außerdem habe sie die evangelische Kirche, die Bahn, die CSU, die Grünen in Baden-Württemberg und diverse Hilfsorganisationen sowie die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft infiltriert.“ Zudem sehen sie die Gefahr einer „Umvolkung“ durch Migranten.

 

Boehringer: Wikipedia ist eine Welt für sich. Ein Kosmos der schwer beeinflussbar ist. Ich hatte schon einen Wikipedia Eintrag, bevor ich Politiker war, der war eigentlich exzellent. Ich war nicht wirklich auf dem Radar. Man muss wirklich sagen „auf dem Radar“, weil man auf den Radar kommt, wenn man Politiker ist, insbesondere der AfD. Und insbesondere, wenn man Politiker der AfD im Sommer 2017 war, als jedes existierende und auch neue Profile von AfD-Politikern, maximalst negativ dargestellt wurden. Es wird mit allen Mitteln gearbeitet. Von daher ist es interessant das wieder zu lesen. Ich habe lang nicht mehr draufgeschaut, man kann nichts dagegen machen.

 

Wir müssen das wirklich Punkt für Punkt durchgehen: „Ich glaube nicht an die Existenz geheimer global operierender Eliten.“ Ich glaube an die Existenz ganz offener operierender Eliten! Das sind die, die sich von Zentralbanken finanzieren lassen, bzw. selbst die Zentralbanken stellen. Das schreibe ich seit 15 Jahren und das ist nicht geheim. Von daher ist das Wort „geheim“ hier falsch. Es sind ganz offen operierende globale Eliten, die sich illegitim finanzieren, durch den Druck von Falschgeld aus dem Nichts, gestützt durch staatliche und suprastaatliche Gewalt. Das ist ja auch durchaus das Credo von vielen Libertären. An dieser Stelle sind sich ja die meisten einig, dass das staatliche Geldmonopol ein durch nichts legitimiertes Übel ist. Wenn man daraus „geheime, global operierende Eliten“ macht, ist das völliger Blödsinn. Insofern glaube ich auch nicht an eine „verdeckte“, sogenannte „Neue Weltordnung“. Ganz im Gegenteil, da ist nichts verdeckt, das ist ganz offen, es ist auch nicht „sogenannt“. „Neue Weltordnung“ ist übrigens kein Begriff von mir, sondern wurde bereits vom amerikanischen Präsident im ersten Weltkrieg erfunden. Reaktiviert wurde er dann von George Bush Senior, 1991, der ganz offiziell davon gesprochen hat. Das kann man auch auf Youtube nachschauen. Mittlerweile sind wir so weit, dass der Begriff der neuen Weltordnung, von Herrn Macron in den Mund genommen wird oder ganz unlängst in der WELT von Beatrice Weder di Mauro, einer ehemaligen „Wirtschaftsweisin“ Die Überwindung der Nation ist ein offiziell erklärtes Ziel der EU und vieler anderer Organisationen. Die WELT hat beispielsweise vor ein paar Monaten zu Macrons Sorbonne-Rede getitelt: „Macrons Weltregierungserklärung“. Der darf das sagen, es darf sogar in der WELT stehen, aber wenn der Boehringer das sagt, dann ist das 'ne Verschwörungstheorie. Es gibt Kräfte, teilweise ökonomisch bedingt teilweise machtpolitisch, die die Nationen auflösen wollen. Und die sind schon ziemlich weit vorangekommen. Also soweit stehe ich dazu. Es ist nicht geheim, es ist ganz offen vor unseren Augen.

 

Man kann natürlich darüber streiten, ob hier ein ökonomischer Automatismus abläuft oder ob es eine Steuerung gibt. Ich glaube tatsächlich ein Stückweit an eine Steuerung, weil die Gruppe, die wirklich das Geld kontrolliert, sehr überschaubar ist. Die kennen sich alle untereinander. Dass „die Vereinten Nationen von der NWO gesteuert werden“, habe ich glaube ich nie geschrieben, kann ich aber notfalls mit leben. Womit ich nicht leben kann, ist die Behauptung über Freimaurer. Das wäre einer der Fälle, wo ich, von wem auch immer, eine Quelle einfordern würde. Ich bin mir ziemlich sicher, dass an dieser Stelle keine Quelle steht – ich hab es nämlich nie geschrieben. Die Freimauer sind nicht mein Thema und ich habe das auch nie geschrieben, wenn überhaupt, dann höchst metaphorisch in irgendeinem uralten Eintrag.

Wenn man die Einträge löscht, sind sie nach einigen Minuten wieder da. Es fehlt eine ladungsfähige Adresse, um die genauen Quellen einzuklagen und die Moderatoren decken sich alle gegenseitig. Es ist eine Szene die ganz krass gegen die AfD eingestellt ist. Zum Thema Flüchtlinge: Ich kann mich nicht erinnern, jemals geschrieben zu haben, dass Flüchtlinge Geld aus Saudi-Arabien Geld bekommen. Allerdings unterstützt Saudi-Arabien ganz offiziell die Bewegung von gläubigen Sunniten und Wahhabiten nach Europa. Darüber habe ich zwar nie geschrieben, aber es ist bekannt, dass beispielsweise Bosnien-Herzegowina, mittlerweile, metaphorisch gesprochen, Saudi-Arabien „gehört“ und von radikalen sunnitisch-gläubigen und wahhabitisch-gläubigen Radikalmoslems besiedelt wird. Das ist der Brückenkopf nach Europa. Und wenn man genau nachschaut, wird jede zweite oder dritte Moschee in Europa mittlerweile entweder von der Türkei, Ägypten oder Saudi-Arabien und anderen sehr reichen Ölstaaten gebaut. Das Ziel war und ist immer, nicht nur Europa, sondern die ganze Welt zu islamisieren. Das ist vorgegebenes Ziel im Koran. Der Dschihad ist real, auch der militärische. Die 1400-jährige Geschichte des Islam gibt uns immer wieder Recht. Wer das ausblendet, ist verrückt. Das wird bei Wikipedia alles negativ dargestellt, aber das ist die Realität. Wikipedia zieht ins Lächerliche. Bei den anderen Themen würde ich die Quellen einfordern. Wer das Interview liest, möge mir eine authentische Quelle zuschicken. Ich habe nie irgendwas gelöscht und es gibt wirklich viel von mir im Netz. Umvolkung von Migranten sehe ich allerdings tatsächlich. Da muss jeder nur auf die Straße schauen, dann weiß er, wie sich dieses Volk schon optisch verändert hat. Da muss man nicht älter als 30 sein um das zu erkennen.

 

 

KRAZ: Auf Ihrer AfD-Webseite wird unter „Politische Schwerpunkte“ der Erhalt eines HALBWEGS wohlhabenden Europas und Deutschlands genannt. Warum wollen Sie kein wohlhabendes Europa oder haben Sie Ihre Hoffnung darauf schon aufgegeben?

 

Boerhinger: Ich gehe hier von kaufmännisch ehrlicher Buchführung aus, also wenn dieses Land nicht kameralistisch (Anm. d. Red.: Nur fällige Ansprüche auf Zahlungen und erfolgte Einzahlungen sowie fällige Verpflichtungen zu Zahlungen und erfolgte Auszahlungen werden erfasst, „Geldverbrauchskonzept“, Gabler Wirtschaftslexikon) regiert werden würde – ein Witz, dass nur die Bundesregierung noch kameralistisch Buch führen darf! Selbst die Länder und die Kommunen müssen mittlerweile doppelte Buchführung anwenden und nach ehrbaren, kaufmännischen Grundsätzen bilanzieren. Der Bund nicht. Auch die EZB übrigens nicht. Die Bundesbank müsste es zwar theoretisch, tut es aber nicht. Viel deutsches Vermögen haben wir bereits verpfändet, es ist nur noch nicht fällig geworden. Die Garantien liegen etwa zwischen sind 2 bis 4 Billionen Euro. Mindestens. Das heißt, wir haben schon jetzt das halbe deutsche Volksvermögen verpfändet. Heute wird das noch als Verschwörungstheorie wahrgenommen. Es wäre schon ein Erfolg, wenn wir nach dem Zusammenbruch dieses völlig verrückten Systems und der Einforderungen der Garantien von uns, die im Moment tatsächlich einforderbar sind, wenn wir dann ein nur halbwegs reiches Land bleiben könnten. Deshalb habe ich die Hoffnung auf ein wirklich wohlhabendes Europa tatsächlich aufgegeben. Ich will aber den totalen Zusammenbruch, der meistens mit Krieg einhergeht, verhindern. Das ist eine weitere Grundüberzeugung, warum ich Politik mache. Wenn wir diesen Wahnsinn nicht früher als später stoppen, dann wird es in aller Regel auf Krieg hinauslaufen. Das ist der Grund, warum der Euro tatsächlich eines Tages „eine Frage von Krieg und Frieden“ sein könnte, wie bereits Merkel und Kohl betont haben. Nur genau andersrum als die beiden gedacht haben. Wenn der Euro weiterbesteht, wird er eine Frage des Krieges.

 

Teil 2 folgt in einigen Tagen.

 

Die ganze Ausgabe 3 gibt es hier

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Kommentare: 1
  • #1

    Lew Ashby (Samstag, 12 Mai 2018 22:46)

    Die Überschrift würde ich anpassen.