Namensreform bei der Bundeswehr

Die Modernisierung der Bundeswehr nimmt weiter Konturen an. Mit gewohnter Akribie kümmert sich unsere Verteidigungsministerin um die wirklich drängenden Probleme der Truppe.

Auf einer mehrstündigen Pressekonferenz der Bundeswehr gab der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, eine umfassende Namensreform der Militärfahrzeuge bekannt. Auf Empfehlung des Verteidigungsministeriums werden in den kommenden 24 Monaten die meisten der deutschen Panzer einen neuen Namen bekommen.

 

Wir leben in einer modernen Gesellschaft, die keinen Platz für altertümliche und diskriminierende Nominalformen hat“, so Wieker gegenüber den Journalisten, „nach und nach werden die Fahrzeuge geschlechtsneutrale Namen erhalten.“

 

Auf Nachfrage Medien, was Auslöser für die Reform war, äußerte sich der Leiter des Presse- und Informationsstabes, Jens Flosdorff: „Wir haben innerhalb der letzten Monate dutzende Anfragen von Gruppen, Vereinigungen und Stiftungen erhalten, die sich seit Jahren für eine genderneutrale Sprache einsetzen. Als moderner Arbeitgeber kann die Bundeswehr solche zivilgesellschaftlichen Forderungen nicht mehr ignorieren.“

 

Wieker legte im Kreise des Stabes die ersten Schritte des Konzeptes offen. Die ersten Kettenfahrzeuge, die ihren Namen verlieren werden, sind der Kampfpanzer „Leopard II“, der Jagdpanzer „Jaguar II“, der Schützenpanzer „Marder“ sowie der Minenräumpanzer „Keiler“. Diese sollen in den kommenden Monaten in „Leopardin“, „Jaguarin“, „Marderin“ und „Bache“ umbenannt werden. Insbesondere auf die Änderung im Sprachgebrauch der Soldaten soll eine neu eingerichtete Kontrolleinheit akribisch achten.

 

„Der aktive Sprachgebrauch von ewiggestrigen Namen konstruiert ein patriarchalisches Bild der Bundeswehr“, so von der Leyen. Auf den Hinweis eines Pressevertreters des Mitteldeutschen Rundfunks (mdr), dass die Wörter „Jaguarin“ und „Marderin“

 

nicht existieren, reagierten die Sprecher überrascht und räumten eine mögliche Abweichung des Konzeptes zu „Marderweibchen“ und „Jaguarfrau“ ein. Welche Kettenfahrzeuge ebenfalls ihren Namen einbüßen müssen, blieb unklar.

Ob auch Archive und Geschichtsbücher im Nachhinein geändert werden müssen, ließen die Anwesenden offen. Weder Wieker, noch von der Leyen, legten sich fest. Von der Leyen im Wortlaut:

 

„Zwar haben wir einige Erfahrung mit dem Auslöschen historischer Überlieferungen und dem Verfälschen von Wahrheiten bezüglich der deutschen Wehrgeschichte, allerdings ist bis zu diesem Zeitpunkt unklar, ob eine derartige Mammutaufgabe vom Bundesministerium der Verteidigung gestemmt werden kann. Vermutlich werden solche Aufgabenbereiche in naher Zukunft ausgelagert werden. Allerdings können wir keine nähere Auskunft geben, ob im Wahrheitsministerium unter Heiko Maas derzeit Ressourcen zur Verfügung stehen, sich der Sache anzunehmen.“

 

Auf den Einwurf der „Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V.“ (dgti), dass sich die Namensreform nur auf binäre Geschlechter, also die Angleichung von weiblichen und männlichen Kettenfahrzeugen bezieht und keine Rücksicht auf die übrigen 74 Geschlechter nehme, reagierten die Anwesenden skeptisch. „Wir können nicht auf solchen Unfug Rücksicht nehmen“, so Wieker forsch, „die Bundeswehr befasst sich ausschließlich mit ernsthaften Problemen, wie dem der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau.“ Von der Leyen sah diesen Sachverhalt anders und lobte das Engagement der DGTI. „Da die Bundeswehr ohnehin nicht in der Lage ist Deutschland im Konfliktfall zu verteidigen, könnten weitere Kapazitäten für die Implementierung diverser Geschlechter freigesetzt werden.“ Ob es in naher Zukunft aber wirklich einen „Leopard_X“ geben wird, ist zu bezweifeln.

 

Nach Bekanntgabe des abschließenden Zeitrahmens verließen die Anwesenden unter Beifall die Pressekonferenz. Einzig Wieker schien Probleme beim Aufstehen zu haben. Er bat die Ministerialbeamten ihn zu stützen, da er in den letzten Jahren immer häufiger Probleme mit seinem Rückgrat zu haben schien. Der parlamentarische Staatssekretär Ralf Brauksiepe (CDU) empfahl dem 15. Generalinspekteur der Streitkräfte sich langfristig an diesen Zustand zu gewöhnen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen schien die Tragweite des Problems nicht zu verstehen und verließ geübt schwankend den Raum.

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