Ein Wochenende in Heidelberg

Wir haben für euch ein Wochenende in der deutschen Hauptstadt der Romantik verbracht.

Einwohner: 156.000

 

Bundesland: Baden-Württemberg

 

Berühmte Söhne der Stadt: Ernst Jünger, Max Weber, Karl Jaspers, Friedrich Ebert, Michael Fassbender, Götz Werner

 

Wahrzeichen: Heidelberger Schloss und Altstadt

 

Hausberge: Heiligenberg (440m), Königstuhl (568m)

 

Ich hab' mein Herz in Heidelberg verloren,

In einer lauen Sommernacht.

Ich war verliebt bis über beide Ohren

Und wie ein Röslein hat ihr Mund gelacht.

Und als wir Abschied nahmen vor den Toren

Beim letzten Kuß, da hab ich's klar erkannt:

Daß ich mein Herz in Heidelberg verloren.

Mein Herz, es schlägt am Neckarstrand.

 

Fritz Löhner-Beda (1883 – 1942), Ernst Neubach (1900 – 1968)

 

Wohl keine deutsche Stadt steht so sehr für die Epoche der deutschen Romantik wie die ehemalige kurpfälzische Residenzstadt Heidelberg. Als eine der wenigen deutschen Städte vergleichbarer Größe überstand die Stadt im Norden Baden-Württembergs den Zweiten Weltkrieg nahezu unversehrt und wartet heute mit einem einmaligen barocken Flair auf. Grund genug für die Krautzone-Redaktion sich die Neckarperle mal etwas genauer anzuschauen.

 

Wer mit dem Zug anreist dürfte zu Beginn etwas irritiert sein. So deutet doch am Bahnhof noch wenig auf die prachtvolle Innenstadt und die historische Architektur hin. Mit der Straßenbahn ist man allerdings schnell im barocken Zentrum und zwischen Karl-Theodor-Brücke und Marktplatz gibt es einiges zu sehen. Heidelberg verfügt über die längste autobahnfreie Fußgängerzone Europas und in den vielen kleinen Restaurants und Cafés wartet das ein oder andere Bier darauf verköstigt zu werden. Nachdem man die Innenstadt erkundigt und sich den Bauch vollgeschlagen hat, kann man sich auf dem Weg zum berühmten Heidelberger Schloss machen, bei dem es sich allerdings um eine Ruine (Vielen Dank an die Franzosen!) handelt. Die Heidelberger Ruine als Ausdruck von Vergänglichkeit und Tragik wurde für viele deutsche Schriftsteller und Philosophen später zum romantischen Sehnsuchtsort.

 

Im Gewölbekeller des Schlosses könnt ihr euch das Karl-Theodor-Fass anschauen, dass sage und schreibe 219.000 Liter Wein fasst. Na dann Prost!

 

Tipp der Redaktion:

Wenn ihr etwas mehr Zeit für eure Stadtbesichtigung mitgebracht habt, dann können wir euch den malerischen Stadtteil Handschuhsheim ans Herz legen. In seinem Kernbereich ist Handschuhsheim geprägt durch verwinkelte Gässchen, alte Bauernhäuser und seinen speziellen mittelalterlichen Charme. Als besonders beeindruckend gilt die imposante Tiefburg, eine ehemalige Wasserburg mitten im Ortskern, die heute für Veranstaltungen genutzt wird und ein Heimatarchiv beinhaltet.

 

Von Handschuhsheim aus könnt ihr anschließend über den Stadtteil Neuenheim zum Philosophenweg laufen, der durch eines der schicksten Villenviertel der Stadt, über den Odenwald auf den Heiligenberg führt.

 

Wie der Name schon sagt, diente der Berg vielen Gruppen als heilige Kultstätte. Bereits 5000 Jahre vor Christus, in der Jungsteinzeit, wurde der Berg besiedelt. Im 1. Jahrtausend vor Christus ließen sich schließlich die Kelten auf dem Berg nieder, wovon noch heute die Reste einer doppelten Ringwallanlage zeugen. Später errichteten vermutlich die Germanen Kultstätten für ihren Gott Wodan. In den 1930er Jahren bauten anschließend die Nationalsozialisten eine opulente Freilichtbühne, die „Heidelberger Thingstätte“, für über zwanzigtausend Menschen. Heute wird das Theater unter anderem für interkulturelle Feste genutzt (Wenn das der Führer wüsste!). Auf dem Berg gibt es übrigens auch ein Restaurant, in dem ihr euch nach der geballten Ladung Kultur zum Abschluss das ein oder andere Gläschen genehmigen könnt. 

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