Heinrich George

Links Heinrich George und rechts sein Mitte 2016 verstorbener Sohn Götz George

Heinrich George wird noch heute oft mit dem Adjektiv „umstritten“ gebrandmarkt, weil er sich trotz anfänglicher Sympathie für die Kommunisten mit dem Naziregime arrangierte und in Propagandafilmen wie „Hitlerjunge Quex“ oder „Jud Süß“ mitspielte.

 

Dabei wird gerne übersehen, dass er während seiner Intendantentätigkeit am Berliner Schiller-Theater ganz bewusst „unerwünschte“ Künstler wie den Kunsthistoriker Wilhelm Fraenger oder den Schauspieler und „Habljuden“ Robert Müller unter Vertrag nahm und sie auf diese Weise vor dem Regime schützte.

 

Er selbst fasste sein Verhalten einmal wie folgt zusammen: „Bis 1933 nahm ich teil an Aktionen der kommunistischen Partei und hatte engere Verbindung zu Schriftstellern aus dem kommunistischen Lager, darunter Bertolt Brecht, Johannes Becher, Ernst Toller und anderen. Ich spielte damals in demokratischen Filmen, ich war schon da einer der bekanntesten Schauspieler. 1933 kam Hitler an die Macht. Ich wurde vernommen und verlor meine Stellung. Ich hatte die Wahl, entweder auf meine Karriere zu verzichten und möglicherweise ins Gefängnis zu kommen oder mich irgendwie mit dem faschistischen Regime zu arrangieren.“

 

Wie hättet ihr gehandelt?

 

George starb 1946 im von den Sowjets übernommenen KZ Sachsenhausen an den Folgen von Misshandlungen und Isolation. Am sechsten Dezember 1945 durfte er seinen Sohn Götz, (benannt nach Georges Lieblingsstück, Goethes „Götz von Berlichingen“), später einer der berühmtesten Schauspieler der BRD, ein letztes Mal in den Armen halten. Im September des folgenden Jahres erlag Heinrich George verschiedenen inneren Verletzungen. 

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